«Es sind Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden»

Wie wichtig ein starker Torhüter im Eishockey ist, zeigt der Playoff-Viertelfinal zwischen dem HC Luzern und Wil. Ein Duell auf Augenhöhe offenbart sich zwischen dem Fünft- und Viert-platzierten der Qualifikation. Luzerns Torhüter Yannik Peter (24), ausgebildet beim Nachwuchs der GCK/ZSC-Lions-Organisation, präsentiert sich seit Wochen in Hochform, strahlt viel Ruhe und Sicherheit aus. Der im zürcherischen Stallikon aufgewachsene und wohnhafte hexte den HCL in Wil (2:1 nach Verlängerung) und nun beim Heimspiel mit unzähligen Paraden zu zwei Siegen. Emanuel Guidon (7.; 1:1) und Loris Müller (einziger Torschütze im Penaltyschiessen) waren beim jüngsten Heimauftritt für Luzerns Treffer-Duell besorgt. Peter:

«Das ist äusserst spannend und jeweils eine enge Kiste. Die Serie ist hart umkämpft. Es sind Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden»,

weiss Peter, der bei der Stadt Zürich als Angestellter seinen Lebensunterhalt verdient. Wie geht Peter mit dem Druck, der auf ihm lastet, um? «Sehr positiv. Ich habe einfach viel Spass hier beim HCL und münze das in eine positive Energie um. Zudem verstehe ich mich mit dem zweiten Torhüter Gregory Keller ausgezeichnet. Er ist ein super Typ und wir gönnen uns gegenseitig die Erfolge.»

Routiniert und mental stark

Luzerns Vorteil in dieser Affiche gegen die Sankt Galler könnte sein, dass es routinierter ist. Die Ostschweizer stellen das jüngste Team in der 1. Liga Region Ost. Sie haben konditionell keine Probleme und spielen ein attraktives, schnelles Hockey. Peter:

«Wir blieben in beiden Partien ruhig, spielten mit der nötigen Geduld gegen diesen unbequemen Gegner. Wir hatten auch das Glück beansprucht. Auch Wil, läuferisch stark, stand den Siegen nahe, muss man fairerweise sagen.»

In puncto Kampf und Einstellung konnte das Luzerner Team von Headcoach Raphael Zahner (40) überzeugende Leistungen abliefern. Und es war mental bereit für die Herausforderung. «Dass wir die Serie auswärts beginnen mussten, war reine Kopfsache. Wichtig war, dass wir nach dem Break in der Ostschweiz nun vor heimischer Kulisse nachdoppeln konnten», zeigte sich HCL-Captain Mike Küng erleichtert.

Peter hebt den Mahnfinger

Noch benötigt der HCL einen Sieg, um den Einzug in den Halbfinal zu schaffen. Wie sieht Peter die Ausgangslage? «Wir wissen, was uns in der Ostschweiz erwartet. Wil wird wie eine Walze kommen, auf das müssen wir vorbereitet sein. Wir führen 2:0, der Mist ist noch nicht geführt.» Am Dienstag kommt es zum dritten Spiel in der Ostschweiz.


Quelle: Luzerner Zeitung
Bild: Michael Wyss (Luzern, 12.02.2022)